#26: C wie Checkliste

Eins ist klar: Barrierefreiheit ist nicht kompliziert. Die zu beachtenden Punkte können umfangreich sein, sind aber im Gegensatz zu manch anderen Planungsanforderungen jederzeit praktisch und allgemeinverständlich herleitbar. Dafür gibt es im ersten Schritt der Überprüfung ein zumeist unterschätztes Werkzeug: Checklisten.

Gibt es einen stufenlosen Zugang? Sind alle Türen breit genug? Ist ein Leitsystem vorhanden? Solche Fragen können konkret mit ja oder nein beantwortet werden. Dadurch erhält man schnell und unkompliziert einen ersten Überblick in der Bestandsaufnahme.

Aber auch in der Planung und Umsetzung einzelner Maßnahmen können Checklisten eine große Hilfe sein: Worauf muss ich beim Renovieren und Umbauen achten, um altersgerecht wohnen zu können? Habe ich alle relevanten Kriterien für ein barrierefreies Bad bedacht? Wurden alle vorgesehenen Punkte in der Veranstaltungsplanung berücksichtigt?

Natürlich lassen sich nicht alle Anforderungen und Bedürfnisse in einer Checkliste widerspiegeln. Die Detailfragen erfordern Beratung und Planung, die beides abdecken: Augenmaß und Weitblick.


Checklisten für einzelne Themenbereiche und Planungsvorgänge stell ich demnächst hier zur Verfügung.

#26: Barrieren behindern

Barrieren sind Umstände, die uns daran hindern unser Ziel zu erreichen. Die Gestalt, in der diese uns im Alltag begegnen, kann dabei unendlich viele Formen annehmen: eine gesperrte Straße, ein verengter Fußweg, ein defekter Aufzug oder eine verschlossene Tür. Aber genauso auch ein zu hohes Regal im Supermarkt, ein besetztes WC im Moment größter Not oder ein schlecht ausgeschildertes Verwaltungsgebäude.

Barrieren sind vielfältig und können sich vor jedem von uns auftun, jederzeit. Doch eines haben sie immer gemeinsam: sie behindern uns. Es liegt nicht an uns, dass wir zu groß oder zu klein für die Einbau·küche unserer Mietwohnung sind. Es liegt nicht an uns, dass wir aus welchem Grund auch immer keine Treppen steigen können und deswegen das Bahngleis unerreichbar ist. Es liegt nicht an uns, dass wir im alltäglichen Leben behindert werden.

Die gebaute Umwelt ist voller Barrieren. Viele davon wurden (bisher) unbewusst übersehen. Viele wurden bewusst (noch) nicht beseitigt. Barrieren behindern unseren Alltag nicht nur. Viel zu oft verhindern sie Teilhabe am selbstbestimmten, gesellschaftlichen oder auch „nur“ komfortablen Leben.

Behindern ist heilbar und wenn Barrieren gebaut werden können, kann man sie auch beseitigen. Das ist bauliche Inklusion.

#26: A wie Alle

Nicht umsonst habe ich es mir zum Ziel gemacht, „Lösungen für Alle“ zu finden. Dieses unscheinbar kleine Wort mit großem A schließt jeden Menschen ein, unabhängig von Alter, Geschlecht, Herkunft, Gesundheitszustand, Laune, Schuhgröße usw.

Es ist damit gewissermaßen die Essenz der Inklusion.

Teilhabe von Allen und für Alle ist ein Menschenrecht. Nur wenn die Gestaltung der durch uns gebauten Umwelt diese Teilhabe ermöglicht, ist sie wirklich inklusiv und damit menschengerecht.

Der Mensch formt sich seinen Lebensraum wie sonst kein anderes Lebewesen auf unserem Planeten. Im 21. Jahrhundert ist es derweil längst überfällig, dass er dabei die Bedürfnisse Aller beachtet. Damit schließt dieses unscheinbar kleine Wort mit großem A nunmehr auch noch Tiere, Pflanzen sowie jedwede anderen Lebewesen und nicht zuletzt die nachfolgenden Generationen des Menschen selbst mit ein.

Diese vier Buchstaben bringen Inklusion auf den Punkt.

# 26 Gedanken

Unser Alphabet hat 26 Buchstaben.

Dies nehme ich als Anlass, um 26 kurze Gedanken zu baulicher Inklusion und Barrierefreiheit mit Euch zu teilen. Damit gebe ich Einblicke in meine Motivation, mich als Ingenieur der Inklusion zu verschreiben.

Alle Beiträge dazu sind hier im Blog in der Kategorie #26Gedanken zusammengefasst.