Philosophie

Inklusion als Grundsatz

Der Begriff Inklusion stammt aus der Soziologie und bedeutet, dass jeder Mensch uneingeschränkter und gleichberechtigter Teil der Gesellschaft ist. Dieser Leitgedanke stellt den Kern der Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen dar – Inklusion ist ein Menschenrecht!

In der öffentlichen Wahrnehmung wird Inklusion oft auf den Bildungsbereich begrenzt. Doch nicht zuletzt die gebaute Umwelt ist es, die das Prinzip der Inklusion vernachlässigt. Viel zu oft wird ausgeschlossen oder separiert und damit vielen Menschen ihr Recht auf echte und gelebte Teilhabe verwehrt.

Mit dem verstärkten Fokus auf Gleichberechtigung und Toleranz ist es nicht zuletzt die Inklusion, die bestehende Unterschiede akzeptiert und gleichzeitig negiert. Jeder Mensch ist unterschiedlich, hat verschiedene Bedürfnisse und Einschränkungen und ist doch ein unverzichtbarer Teil der Gesellschaft. Dem Prinzip der Inklusion folgend habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, die gebaute Umwelt so zu gestalten, dass alle daran teilhaben können.

Kurz und knapp: Lösungen für Alle.


Behinderung und Barrierefreiheit

Nach dem Neunten Buch Sozialgesetzbuch (SGB IX) liegen Beeinträchtigungen vor, wenn der Körper- und Gesundheitszustand von dem für das Lebensalter typischen Zustand abweicht. Hindern diese einen Menschen an der gleichberechtigten Teilhabe an der Gesellschaft mit hoher Wahrscheinlichkeit länger als sechs Monate gilt das gemäß SGB IX als Behinderung.

Im normativen Sinn beschränkt sich Barrierefreiheit auf die Nutzbarkeit für Menschen mit Behinderungen. Die Teilhabe für diese kann nur durch barrierefreie Lösungen erreicht und damit Inklusion realisiert werden.

Tatsächlich umgesetzte Barrierefreiheit kommt jedoch allen Nutzern zugute. Was für einige notwendig ist, um am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen, bedeutet für alle anderen einen Gewinn an Komfort. Die Umsetzung barrierefreier Standards ist daher ein Plus für Alle.


Barrieren existieren überall und für jeden

Im alltäglichen Sprachgebrauch wird der Begriff Barrierefreiheit oft auf die Nutzbarkeit mit Rollstühlen reduziert. Doch Barrieren sind vielfältig und betreffen auch Menschen ohne körperliche oder geistige Behinderung.

Wer sich den Fuß verstaucht hat, schwere Einkäufe zu tragen hat oder mit einem Kinderwagen unterwegs ist, hat keine Behinderung. Dennoch sind diese Menschen froh, wenn sie bei ihren alltäglichen Wegen einen Aufzug statt Treppen nutzen können.

Jemand, der in einem Gebäude oder bei einer Veranstaltung Informationen sucht oder schlicht auf die Toilette muss, muss nicht unbedingt Probleme mit der Orientierung oder eine Behinderung haben. Dennoch wird jener Mensch froh sein, wenn auf den ersten Blick erkennbar ist, wo sich das Ziel befindet ohne lange suchen zu müssen.

Barrieren gleichen Fesseln, die uns am Vorangehen und Wachsen hindern. Doch Fesseln können durchschlagen und Barrieren beseitigt werden. Für Alle.

Ein kleiner Mensch, der in seiner eigenen Küche die obersten Schränke nicht erreicht, hat genauso wenig eine Behinderung wie ein großer Mensch, der im Spiegel ausschließlich seinen Oberkörper sieht. Für alle gibt es Möglichkeiten, diese Barrieren zu reduzieren und damit den Komfort des eigenen Lebens zu erhöhen.